Entwurf zu neuem Bundesjagdgesetz liegt vor

Am 25. Februar 2016 hat das Bundeslandwirtschaftsministerium einen Entwurf für die Novellierung des Bundesjagdgesetzes vorgelegt. Einige Bundesländer haben bereits ein pauschales „Bleiverbot“ in den Landesjagdgesetzen geregelt – nun ist eine bundeseinheitliche Regelung für Jagdmunition und den Schießübungsnachweis gefragt.

Bundesjagdgesetz Novelle 2016
Welche Munition tötet welches Tier auf welche Entfernung tatsächlich tierschutzgerecht? Eine Kennzeichnungspflicht für Büchsenmunition soll für Abhilfe sorgen.

DJV begrüßt die Novellierung

Der Präsident des Deutschen Jagdverbands (DJV) Hartwig Fischer begrüßt diesen Schritt in einer ersten Reaktion. „Der Entwurf ist im Grundsatz positiv zu bewerten“. Ein pauschales Bleiverbot hält der DJV für unsinnig und fordert eine wissens- und praxisorientierte Regelung. Für die Jagd auf Schalenwild soll künftig ein Dreiklang aus tierschutzgerechter Tötungswirkung, Präzision und Minimierung der Bleieintrags entscheidend für die Zulassung von Büchsenmunition sein. Der Tierarzt und DJV-Vizepräsident Dr. Wolfgang Bethe: „Jetzt gilt es, die Richtlinie praxistauglich umzusetzen.“ Der Bundeslandwirtschaftsminister, Christian Schmidt, verhindere somit erfolgreich weitere Tierversuche mit Jagdmunition in freier Wildbahn.

Bisher drei Fragezeichen beim Munitionskauf

Welche Munition tatsächlich welches Tier auf welche Entfernung tierschutzgerecht tötet, lässt sich aktuell beim Munitionskauf nicht erkennen. Dies führt laut dem Deutschen Jagdverband bei den Jägern zu einer großen Verunsicherung. Deshalb soll eine Kennzeichnungspflicht für Büchenmunition künftig Abhilfe schaffen.

Der bundeseinheitliche Schießübungsnachweis soll weitergehende Regelungen der Länder außer Kraft setzen. „Ein Flickenteppich wird erfolgreich bereinigt“, so Rechtsanwalt Ralph Müller-Schallenberg. „Es drohe ein Szenario, dass Jäger zwingen würde, für jedes Bundesland eine Unmenge unterschiedlicher behördlicher Nachweise mit sich zu führen“.

Außerdem enthält der Novellierungsentwurf zum Bundesjagdgesetz einheitliche Vorgaben für die Jägerprüfung vor. Das Ausbildungsfach „Wildhygiene“ soll aufgewertet werden. Fällt ein Jagdschüler hier durch, besteht er die gesamte Prüfung nicht. Dies „unterstreiche die hohen Ansprüche an heimisches Wildbret“, so Dr. Bethe.

Bis Mitte März 2016 wird der Deutsche Jagdverband eine detaillierte Stellungnahme in die Verbändeanhörung einbringen.