Eine Chance für Dachsbracken-Welpe Calle – neues Zuhause gesucht

Der Alpenländische Dachsbrackenwelpe „Calle“ ist etwas mehr als 3 Monate alt, ein Vieräugel-Rüde und hat leider gesundheitliche Probleme. Momentan lebt er noch bei seinem Züchter und sucht ein liebevolles Zuhause.

Dachsbracken-Welpe Calle sucht ein neues Zuhause
Dachsbracken-Welpe sucht ein Zuhause                                                                Foto: Cordula Kelle-Dingel

 

Gerne teile ich in meinem Blog die Anfrage von Cordula und Alexander Kelle (Zwinger „Aus dem Buchbachsgrund“, Rothenkirchen):

Bei Calle besteht nach etlichen Untersuchungen der Verdacht auf einen sogenannten Portosystemischen Shunt (Lebershunt). Hier auf dieser Internetseite ist recht gut erklärt, was das ist, wie man es behandelt http://www.lebershunt.info/html/lebershunt.html

Calle war von Beginn an etwas schwächer als seine Geschwister, hat aber vom Verhalten her keinen Anlass zu der Vermutung gegeben, das irgendwas mit ihm nicht stimmen könnte. Auch die Mutterhündin hat ihn nicht aussortiert, was ja bei nicht richtig lebensfähigen Welpen durchaus vorkommt.

Allerdings trat bei Calle mit ca. 4-5 Wochen ein Leistenbruch auf. Als er dann mit 2 Monaten alt genug war, um eine OP und vor allem auch eine Narkose zu verkraften, haben wir diesen Bruch operieren lassen. Letztlich war es ein Hodensackbruch (das kann man erst in der OP richtig sehen wenn die Stelle geöffnet ist). Er hat die OP prima überstanden, hat allerdings dadurch nur noch einen Hoden. Die Narben sind bestens verheilt und er hat kurz drauf wieder wie immer mit seinen Geschwistern gespielt.

Bei den Voruntersuchungen zur OP kam aber dazu noch der Verdacht auf, Calle könnte einen Herzfehler haben – irgendwas an seinen Organen schien nicht zu passen. Deshalb sind wir auf Empfehlung unseres Tierarztes Dr. Peter Beck nach Bayreuth in die Tierklinik gefahren. Dort findet einmal wöchentlich eine spezielle kardiologische Untersuchung mit einem Dopplerultraschall statt.

Bei dieser Untersuchung konnte am Herzen nichts gefunden werden – aber die Leber warf Fragen auf und auch die Galle: die Leber ist vergrößert und komplett nach rechts verlagert, die Gallenblase liegt links. Zusätzlich wurde ein Aneurysmaartiges Gefäß mit Dopplersignal festgestellt.

Es entstand der Verdacht auf eine Mißbildung bzw. eben den sogenannten Shunt.

Eine Woche später sind wir dann nochmal mit Calle nach Bayreuth in die Tierklinik gefahren, um einen Gallensäurestimulationstest machen zu lassen. Das Ergebnis des Testes kann  Hinweise auf eine Störung vom Zusammenspiel Leber und Galle geben. Der Befund ist nun tatsächlich so, das der begründete Verdacht auf einen Lebershunt besteht. Die Leber ist also sozusagen falsch bzw. nicht richtig verkabelt und kann daher ihre Entgiftungsfunktion nicht im normalen Umfang wahrnehmen. Näheres dazu in dem oben genannten link.

Als nächstes gibt es nun die Möglichkeit, mit Calle nach Leipzig zum Spezialisten Dr. Ingmar Kiefer an der Uniklinik zu fahren (oder eine andere Uniklinik, aber es gibt nicht viele Spezialisten dafür). Dort können genaue Untersuchungen (evtl CT oder MRT) Klarheit geben über seine Erkrankung und darüber, ob eine OP überhaupt möglich wäre.

Calle ist so ein munterer kleiner Kerl, der spielt und vom Wesen her keine Störung zeigt. Außerdem hat er die andere OP so gut überstanden – wir würden ihm gerne eine Chance geben, wenn es medizinisch möglich ist und Sinn macht.

Die entscheidende Frage für uns ist die: wer würde Calle bei sich aufnehmen? Für uns kommt dies nicht in Frage – wir haben bereits 2 ausgebildete Hunde, die brauchen unsere Zeit und wollen ausgelastet sein. Calle braucht Zuwendung und jemanden, der sich um ihn kümmern kann. Drei Hunde zu haben kommt für uns nicht in Frage, dabei können wir keinem der Tiere wirklich gerecht werden. Wir haben das nun die letzten 2 Jahre praktiziert, in denen unser alter Dachsbrackenrüde bei uns 16 Jahre alt werden durfte und noch die beiden anderen Hunde da waren und ausgebildet wurden.

Auch sind die Kosten die so ein Hund verursacht, nicht unerheblich. Wir haben selbst bis jetzt schon einiges an Tierarztkosten investiert. Wir wollen für Calle kein Geld haben –  wir würden ihn jemandem schenken, wo er gut aufgehoben ist. Es muss kein Jäger sein – Calle wird wohl, wenn er es schafft, eher ein Begleithund als ein Jagdhund sein.

Wir sind der Meinung, Calle sollte so bald wie möglich in ein neues Zuhause kommen, da er nun schon 3 Monate alt ist und je länger wir warten, desto schwieriger wird es für ihn sich wo anders einzugewöhnen.

Daher unsere Bitte: wenn Sie jemanden kennen, der Calle bei sich aufnehmen würde, auch im vollen Bewußtsein über die ganzen Probleme und Risiken, die damit verbunden sein können, bitte melden Sie sich bei uns. Sie können diesen Text auch gerne an potentiell Interessierte weiterleiten! Die bisherigen medinzinischen Befunde können wir auf Nachfrage gerne zusenden, natürlich ist es auch möglich uns und Calle zu besuchen, um sich den Hund und seinen Zustand anzusehen.

Kontaktdaten:

Cordula und Alexander Kelle
Zwinger „Aus dem Buchbachsgrund“, Rothenkirchen

Telefon: 09265-914932

E-Mail: c.kelle-dingel@t-online.de

FDP-Fraktion Hessen klagt gegen Jagdverordnung

Die FDP Fraktion Hessen stellte am 30. August 2016 im hessischen Landtag die Klageschrift gegen die im vergangenen Dezember erlassene Jagdverordnung vor. Dadurch wird den hessischen Jägerinnen und Jägern der gesetzliche Hegeauftrag seit dem 1. April erschwert. Insbesondere durch lange Schonzeiten für den Fuchs und Waschbär sehen sie den Artenschutz gefährdet.

Mit der abstrakten Normenkontrollklage, die in den nächsten Tagen beim Hessischen Staatsgerichtshof eingereicht wird, soll die Jagdverordnung für nichtig erklärt werden.

Florian Rentsch, Vorsitzender FDP-Fraktion Hessen
Florian Rentsch, Vorsitzender der FDP Fraktion Hessen (Foto: Markus Stifter)

FDP-Fraktionschef Florian Rentsch sieht mehrere Gründe, gegen die Verordnung zu klagen:

«Die wahren Entscheidungen sollten im Parlament gefällt werden, nicht im stillen Kämmerlein».

Für ihn ist dies eine politische Grundsatzfrage.

VIDEO: Interview mit Florian Rentsch

Prof. Dr. Michael Brenner ist Lehrstuhlinhaber für Deutsches und Europäisches Verfassungs- und Verwaltungsrecht an der Friedrich-Schiller-Universität Jena:

»Eigentum ist dafür da, um auch genutzt zu werden. Durch die vielen Einschränkungen bleibt vom Jagdrecht nicht mehr viel übrig».

Er vertritt die FDP-Fraktion als Prozessbevollmächtigter und begründet die Klage mit drei Aspekten:

  1. Eine hinreichende sachliche Rechtfertigung für die Einschränkung von Jagdzeiten ist nicht vorhanden. Eine sachliche Begründung muss aber vorhanden sein, um eine Grundrechtseinschränkung für verfassungsrechtlich hinnehmbar zu erklären.
  2. Eine Vielzahl von Einschränkungen bei der Bejagbarkeit von Tieren sind in der Gesamtbetrachtung verfassungsrechtlich ebenfalls nicht hinnehmbar. Das Bundesverfassungsgericht spricht in diesem Zusammenhang von einem additiven Grundrechtseingriff.
  3. Das Ministerium hat als Exekutive eine so weitreichende Regelung getroffen, die aber eigentlich vom parlamentarischen Gesetzgeber, sprich vom Hessischen Landtag, hätte getroffen werden müssen.

Wenn es um Grundrechtseingriffe von einer erheblichen Substanz, wie sie hier vorliegt, dann muss der Gesetzgeber entscheiden und nicht wie in diesem Fall die Verwaltung.

Prof. Dr. Michael Brenner
Prof. Dr. Michael Brenner (Foto: Markus Stifter)

 

 

VIDEO: Interview mit Prof. Michael Brenner zur Klage der FDP

Prof. Brenner hofft darauf, dass die Entscheidung des Hessischen Staatsgerichtshofs spätestens in eineinhalb Jahren vorliegt. »Wenn unsere Klage Erfolg hat, würden die Passagen in der Verordnung, die die Jagdzeiten zum Inhalt haben, für nichtig und unvereinbar mit der hessischen Verfassung erklärt werden.“

Bild Dr. Jürgen Ellenberger
Dr. Jürgen Ellenberger (Präsident des Landesjagdverband Hessen e. V.)

„Der Landesjagdverband Hessen e. V. sichert Herrn Prof. Brenner, der auf Vorschlag des LJV Hessen bereits an der öffentlichen Anhörung teilgenommen hat, weiterhin volle sachliche Unterstützung zu.“

 

Neun von zehn Jägern gehen regelmäßig auf den Schießstand

Wie eine repräsentative Befragung des Deutschen Jagdverbands e. V. (DJV) zeigt, trainieren die Jägerinnen und Jäger siebenmal jährlich mit ihrer Waffe. Neun von zehn Jägern gehen regelmäßig auf den Schießstand oder trainieren ihre Schießfertigkeiten auf flüchtiges Wild im Schießkino.

Bild: DJV-Infografik Schießtraining
Bild: DJV-Infografik Schießtraining
Bild: Dr. Jörg Friedmann, Foto: DJV
Dr. Jörg Friedmann, Foto: DJV

„Für den Tierschutz ist das regelmäßige Schießtraining entscheidend. Optimale Treffer müssen immer unser Anspruch als Jäger sein“, sagte DJV-Präsidiumsmitglied Dr. Jörg Friedmann.

Im Schießkino laufen auf einer ca. 30 Meter entfernten Leinwand Videosequenzen von realistischen Drückjagdsituationen ab. Eine Rotte Wildschweine wechselt rasch von links nach rechts über den Weg. Dabei gilt es den Überblick zu behalten, das richtige Stück anzusprechen und dann mit einem optimalen Treffer zur Strecke zu bringen.

Jäger Fortbildung

Die 15 Landesjagdverbände und der Deutsche Jagdverband haben im vergangenen Jahr knapp 1.000 Weiterbildungsmaßnahmen angeboten. Etwa 27.000 Jäger nahmen daran teil, u. a. auch viele Multiplikatoren, die ihr Wissen dann auf Jagdvereinsebene oder Hegeringen weitergeben.

Dr. Jörg Friedmann: „Mit Ablegen der Jägerprüfung verpflichten sich Jägerinnen und Jäger, vielfältige Pflichten zu übernehmen sowie Arten- und Naturschutz zu betreiben. Sie sollten sich permanent fortbilden, um Ihre Fertigkeiten zu bewahren und auszubauen und sich entsprechend verhalten. Das Gros der Jägerschaft leistet dies selbstverständlich und aus Überzeugung. Von schwarzen Schafen distanzieren wir uns.“

Was bedeuted der Brexit für die Jägerschaft?

Seit heute früh ist es amtlich: 51,9 Prozent der Briten haben sich für den Brexit und damit für den Austritt aus der EU entschieden. Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht von einem „Einschnitt für Europa und für den europäischen Einigungsprozess“.

Doch welche Auswirkungen hat der Brexit für deutsche Jägerinnen und Jäger, die gern in Großbritannien jagen? Ich habe dazu mit Hans-Joachim Schick vom Interessen-Verband der Auslandjäger IVA e. V.  ein kurzes Interview geführt.

Jagdreporter Markus Stifter: Was bedeuted der Brexit für deutsche Jägerinnen und Jäger, die gern in Großbritannien jagen?

Hans-Joachim Schick: In den nächsten zwei Jahren werden zwischen der EU und Großbritannien  intensive Verhandlungen geführt und sicherlich auch einige Brücken „gebaut“. Ich gehe momentan nicht davon aus, dass es gravierende Änderungen für deutsche Jägerinnen und Jäger gibt, die nach England oder Schottland zur Jagd reisen.

Bild: Hans Joachim Schick (Foto: privat)
Hans-Joachim Schick auf der Hirschjagd auf Mauritius (Foto: privat)

Falls der aktuelle Kursverfall des britischen Pfunds anhält, werden die beliebten Flintenjagden in England aufgrund eines Währungsvorteils teilweise erheblich günstiger zu haben sein.

Jagdreporter Markus Stifter: Könnte es künftig zu Problemen bei der Waffeneinfuhr nach Großbritannien geben?

Hans-Joachim Schick: Der Europäische Feuerwaffenpass wird momentan auch in der Schweiz anerkannt. Ich gehe daher davon aus, dass es auch bei der Waffeneinfuhr nach Großbritannien keine Probleme gibt – genaueres kann man aber erst sagen, sobald die Verhandlungen fortgeschritten sind.

Jagdreporter Markus Stifter: Die Landwirtschaft wird dann künftig keine Subventionen mehr von der EU erhalten. Welche Nachteile könnten sich dadurch für das Wild ergeben?

Hans-Joachim Schick: Die Landwirtschaft wird unter den fehlenden EU-Subventionen leiden, inwiefern sich daraus Nachteile für die Jagd ergeben, ist momentan noch nicht abschätzbar. Es wäre schade, wenn dadurch Greening-Flächen oder Blühstreifen wegfallen, die für das Niederwild wichtige Äsung und Deckung bieten.

Über aktuelle Entwicklungen informieren wir unsere Mitglieder regelmäßig per Newsletter und auf unserer Homepage www.iva-auslandsjagd.eu

Weiterführende Links:

Tagesschau Themenseite zum Brexit

Spiegel Online Newsblog Brexit

Gute Stimmung trotz Kontroversen auf dem Landesjägertag in Nidda

Das Bürgerhaus in Nidda wurde am Samstag, 28. Mai 2016 zum Mittelpunkt für rund 250 hessische Jägerinnen und Jäger. Der Andrang war so groß, dass schon vor dem offiziellen Beginn des hessischen Landesjägertags 2016 weitere Stühle in den Saal gestellt werden mussten. Ausgerichtet wurde diese Veranstaltung vom Jagdverein Hubertus Altkreis Büdingen e. V.

Im Außenbereich hatte der Jagdverein den zweiten Feldtag „Jungwildrettung“, einen Genussmarkt, eine 4×4 Ausstellung und den Tag der Jagdmusik mit 300 Jagdhornbläsern aus ganz Hessen organisiert. Das attraktive Rahmenprogramm lockte auch viele Gäste aus der Bevölkerung.

Bild Dr. Jürgen Ellenberger
Der Präsident des Landesjagdverbands Hessen e. V. Dr. Jürgen Ellenberger betont „Wer das Rebhuhn retten will, darf den Fuchs nicht unter Schutz stellen!“ Foto: Markus Stifter

Der Präsident, Dr. Jürgen Ellenberger eröffnete die Veranstaltung und richtete gleich zu Beginn einen dringenden Änderungswunsch zur neuen Jagdverordnung in Hessen an Staatsministerin Priska Hinz vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV): „Im Bereich der Prädatorenbejagung, vor allem bei Fuchs und Waschbär: Es stößt den hessischen Jägerinnen und Jäger auf, dass eine Schonzeit eingeführt worden ist, die über die Elternschutz des Bundesjagdgesetzes hinausgeht. Wir alle wollen Artenschutz betreiben… doch den gefährdeten Arten nutzt keine Biotopverbesserung, wenn sich gleichzeitig ihre Fressfeinde ungehindert vermehren können… Wer das Rebhuhn retten will, darf den Fuchs nicht unter Schutz stellen!“

Außerdem verwies Dr. Ellenberger darauf, dass der Erlass zur Hasentaxation erst am 24. März 2016 vom Ministerium zugänglich gemacht wurde. Das war für die Zählung sehr kurzfristig. Gleichwohl hat der Großteil der Jagdausübungsberechtigten gezählt. Wer nicht zählen konnte, dem darf dadurch kein Nachteil entstehen.

Bild: Priska Hinz Ministerin
Ministerin Hinz lobte das Engagement der hessischen Jägerinnen und Jäger und die maßgebliche Unterstützung des Landesjagdverbands bei dem Wunsch, die Hasentaxation auf die Fläche zu bringen. „Ich weiß auch, dass die meisten Jägerinnen und Jäger ihrer Verantwortung gerecht werden. Ich weiß auch um die Aufgabe der Jäger, die sie in der Hege und Pflege wahrnehmen.“ Foto: Markus Stifter

 

 

 

Bild: Dr. Walter Arnold
Dr. Walter Arnold (Landtagsfraktion der CDU): „Wir wollen in Hessen Jägerinnen und Jäger sein und keine Wildmanagement-Beauftragten.“ Auf Unverständnis stieß jedoch seine Aussage: „Wir setzen damit (Anm. d. R.: der JVO) im Hessischen Jagdgesetz das um, was uns das Bundesjagdgesetz vorgibt… ich denke, dass die Bejagung des Fuchses auch in der neuen Jagdzeit möglich ist“. Foto: Markus Stifter

 

Präsident Ellenberger verwies direkt darauf, dass sich die im Bundesjagdgesetz geregelte Schonzeit nur auf die zur Aufzucht nötigen Elterntiere bezieht.

Auch die Aussage von Ursula Hammann (Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen) stieß auf große Ablehnung: „Wir können den letzten Fuchs erschießen, das wird nicht dazu führen – wenn sich die anderen Parameter nicht verändern – wird sich kein Rebhuhn retten lassen“.

Wolfgang Greilich (Landtagsfraktion der FDP) berichtete über ein Rechtsgutachten zur hessischen Jagdverordnung. Die FDP-Fraktion habe einstimmig beschlossen, eine Klage gegen die Jagdverordnung vor dem Staatsgerichtshof auf den Weg zu bringen.

Nach einer rund achtminütigen Laudatio erhielt  Andreas Mohr vom Jagdverein Hubertus Altkreis Büdingen von Ministerin Hinz den Staatsehrenpreis für sein Lebenswerk „Lebensraumgestaltung“.

Auch die Delegiertenversammlung am Nachmittag verlief trotz kontroverser Diskussionen sehr ruhig und sachlich. Präsident Dr. Ellenberger betonte gleich zu Beginn, dass die hessischen Jägerinnen und Jäger beim Protest gegen die Jagdverordnung große Erfolge erreicht haben, die man sich auch nicht kleinreden lassen möchte. Dennoch wird der Verband weiterhin gegen die Einschränkung der Jagdzeiten insbesondere bei Waschbär und Fuchs vorgehen.

Die Delegierten entschieden mit überwältigender Mehrheit, dass der Pachtvertrag des Lehrrevieres in Kranichstein nicht verlängert wird und somit zum 31.03.2017 endet. Davon nicht betroffen ist die Aus- und Weiterbildung der Landesjagdschule des LJV im Zeughaus des Jagdschlosses Kranichstein. Die Aktivitäten laufen dort unvermindert weiter und die angebotenen Kurse erfreuen sich einer ungebrochen hohen Beliebtheit. Die LJV Vorstandsmitglieder hatten bereits im Vorfeld Gespräche mit dem zuständigen Forstamt geführt, um auch weiterhin Flächen für die Aus- und Weiterbildung zur Verfügung zu haben. So kann beispielsweise der Fanggarten zur Ausbildungszwecken auch weiterbetrieben werden, ohne den Pachtvertrag aufrecht zu erhalten.

Der Präsident des Deutschen Jagdverbands sicherte dem LJV die volle Unterstützung bei der Optimierung von Abläufen in der Geschäftsstelle zu, so dass für eine Unternehmensberatung keine weiteren Kosten entstehen.

Dem LJV-Geschäftsführer Alexander Michel wurde einstimmig das volle Vertrauen ausgesprochen.

 

Auswilderung eines Mäusebussards

Bad Schwalbach, 20. April 2016: Rund 3.000 Greifvögel und Eulen haben die Falknerinnen und Falkner im vergangenen Jahr nach einem Unfall oder einer Erkrankung wieder aufgepäppelt und danach ausgewildert.

Falkner Berthold Geis vom Orden Deutscher Falkoniere (ODF) Hessen hat heute einen Mäusebussard in die Freiheit entlassen, der erst kürzlich mit einem Auto kollidiert war.

Video: Markus Stifter, Jagdreporter.de

LJV-Hessen: Fangt an Hasen zu zählen – Hasentaxation in Hessen

Hasentaxation in Hessen: Können um diese Jahreszeit bei der vielerorts schon hohen Vegetation überhaupt noch Hasen gezählt werden? Darf ich im Herbst überhaupt noch Hasen bejagen, wenn ich im Frühjahr nicht gezählt habe?

Auf einer Informationsveranstaltung des Landesjagdverbands Hessen e. V. gab LJV-Vizepräsident Dr. Nikolaus Bretschneider-Herrmann konkrete Antworten zur Hasentaxation in Hessen.

Hasen Taxation in Hessen: Vortrag von Dr. Nikolaus Bretschneider-Herrmann
Dr. Nikolaus Bretschneider-Herrmann: „Die Hasenbejagung wurde durch die neue Jagdverordnung an die Bestandserfassung geknüpft. Dies ist bisher beim Niederwild einmalig in Deutschland und vielen europäischen Ländern. Daraus ergeben sich für die Jägerschaft nicht nur die Pflicht zur Zählung, sondern auch die Chance Hasen weiterhin bejagen zu können!“ (Foto: Markus Stifter)

Fakten und Umsetzung der Hasentaxation in Hessen:

  • JA, die Hasen können und sollen noch bis zum April 2016 gezählt werden!
  • Wenn auf einzelnen Feldflächen die Vegetation bereits zu hoch ist, dann zählen Sie bitte auf anderen Freiflächen. Bei der Zählung geht es nur um einen Stichprobenumfang von mindestens 20 % der Feldfläche einer Hegegemeinschaft!
  • Die Zählung sollte frühestens 2 Stunden nach Sonnenuntergang erfolgen.
  • Fahren Sie am besten zu zweit im Auto und leuchten die noch frei einsehbaren Feldflächen ab.
  • Protokollieren Sie die Fahrtroute in ihrer Revierkarte und notieren die gezählten Hasen mit Datum und Uhrzeit. Vergessen Sie bitte nicht, auch die ggf. beobachteten Beutegreifer, z. B. den Fuchs, ebenfalls in das Protokoll aufzunehmen.
  • Führen Sie im Abstand von wenigen Tagen eine zweite Zählung durch.
  • Diese Ergebnisse werden dann für die Frühjahrszählung zugrunde gelegt.

Video: Hasenzählung mit Suchscheinwerfern in Hessen

Die künftige Bejagungsmöglichkeit richtet sich am jährlichen Zuwachs aus, wobei genaue Schwellenwerte noch unter Mithilfe des Arbeitskreises Wildbiologie der Justus-Liebig-Universität Gießen entwickelt werden. Generell gilt, dass in guten Hasenbiotopen sehr hohe jährliche Zuwächse zu erwarten sind, von denen ein entsprechend hoher Anteil jagdlich genutzt werden kann.

 Hasentaxation – auch ein unschlagbarer Vorteil für die Jägerschaft:

  • Wildtiermanagement verbleibt unmissverständlich in der Hand der Jägerschaft!
  • Taxation und jagdliche Nutzung als Voraussetzung für jagdpolitische Forderungen der Niederwildhege
  • Prädatorenbejagung kommt elementare Bedeutung in der Niederwildhege und beim Bodenbrüterschutz zu.

Wichtige Hintergrundinformationen – bisheriger Zeitverlauf:

  • 12.2015: Erster Verweis des HMUKLV per Erlass auf die Jagdverordnung. Der Landesjagdverband Hessen e. V. hat diese Information nach den Winterferien am 14.01.2016 an die Hegegemeinschaften und Jagdvereine weitergeleitet.
  • 01.2016: Mündliche Vorab-Information durch das Jagdreferat des HMUKLV über die dort beabsichtigte weitere Vorgehensweise
  • 03.2016: Besprechung mit dem Jagdbeirat, Verbände und weiteren Vertretern zur Vorgehensweise „Hasentaxation“ im HMUKLV
  • 03.02016: Der Erlass zur Hasentaxation wurde vom HMUKLV an den LJV Hessen, die Hegegemeinschaften und die Jagdausübungsberechtigten versendet
  • 03.2016: Der Landesjagdverband Hessen leitete den Erlass an die KJV und die Hegemeinschaften weiter
  • 04.2016: Der LJV lädt zu Multiplikatorenschulung ein (KJV und Hegegemeinschaften)
  • Am 09.04., 11.04. und 12.04.2016 fanden die ersten Multiplikatorenschulungen in Nord-, Mittel und Südhessen statt.

Komplette Meldung „Fangt an Hasen zu zählen“ als PDF herunterladen.

Hartwig Fischer zum Urteil halbautomatische Waffen

Videointerview mit DJV-Präsident Hartwig Fischer: Wie sollen sich Jägerinnen und Jäger nach dem Urteil zu halbautomatischen Waffen verhalten?

Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 7. März 2016 (Az. 6 C 59.14 und 6 C 60.14) zu halbautomatischen Jagdwaffen mit wechselbaren Magazinen sorgt für Diskussion in der Jägerschaft. In dem Revisionsverfahren hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden, dass sämtliche Halbautomaten mit wechselbaren Magazinen von Jägern nicht besessen werden dürfen.

Wie sollen sich die Jägerinnen und Jäger nun verhalten?

Der Präsident des Deutschen Jagdverbandes e. V. (DJV) beantwortete am 12. April 2016 unsere Fragen in einem Videointerview:

 

 

 

Mit Smartphone und Lautsprecher auf Rebhuhn-Pirsch

Ausgestattet mit Smartphone und Lautsprecher machen sich die Jäger in ganz Rheinland-Pfalz auf die Pirsch. Im Auftrag der Obersten Jagdbehörde und des Landesjagdverbandes wollen sie Rebhühner zählen. Vorausgegangen ist ein freiwilliger Verzicht auf die Rebhuhn-Jagd bis 2020.

So funktioniert das Rebhuhn Monitoring:

Über den kleinen Bluetooth-Lautsprecher wird der Lockruf des Hahnes abgespielt, der mindestens 150 Meter weit zu hören sein soll.
„Antwortet“ dann ein Hahn auf diesen Ruf, wird er gezählt und mit genauer Orts- und Zeitangabe in eine Revierkarte eingetragen.

Nach rund 30 Sekunden geht es weiter zum nächsten „Lock-Punkt“.

Für die Zählung nach der wissenschaftlich anerkannten „Punkt-Stopp-Methode“ erhalten die Jäger eine Aufwandsentschädigung von 100 Euro im Jahr.

Mehr Informationen zum Rebhuhn-Monitoring in Rheinland-Pfalz.

Download: Rebhuhn-Lockruf im MP3 Format

Den kompletten Filmbeitrag finden Sie demnächst auf Jagderleben.de