Eine Chance für Dachsbracken-Welpe Calle – neues Zuhause gesucht

Der Alpenländische Dachsbrackenwelpe „Calle“ ist etwas mehr als 3 Monate alt, ein Vieräugel-Rüde und hat leider gesundheitliche Probleme. Momentan lebt er noch bei seinem Züchter und sucht ein liebevolles Zuhause.

Dachsbracken-Welpe Calle sucht ein neues Zuhause
Dachsbracken-Welpe sucht ein Zuhause                                                                Foto: Cordula Kelle-Dingel

 

Gerne teile ich in meinem Blog die Anfrage von Cordula und Alexander Kelle (Zwinger „Aus dem Buchbachsgrund“, Rothenkirchen):

Bei Calle besteht nach etlichen Untersuchungen der Verdacht auf einen sogenannten Portosystemischen Shunt (Lebershunt). Hier auf dieser Internetseite ist recht gut erklärt, was das ist, wie man es behandelt http://www.lebershunt.info/html/lebershunt.html

Calle war von Beginn an etwas schwächer als seine Geschwister, hat aber vom Verhalten her keinen Anlass zu der Vermutung gegeben, das irgendwas mit ihm nicht stimmen könnte. Auch die Mutterhündin hat ihn nicht aussortiert, was ja bei nicht richtig lebensfähigen Welpen durchaus vorkommt.

Allerdings trat bei Calle mit ca. 4-5 Wochen ein Leistenbruch auf. Als er dann mit 2 Monaten alt genug war, um eine OP und vor allem auch eine Narkose zu verkraften, haben wir diesen Bruch operieren lassen. Letztlich war es ein Hodensackbruch (das kann man erst in der OP richtig sehen wenn die Stelle geöffnet ist). Er hat die OP prima überstanden, hat allerdings dadurch nur noch einen Hoden. Die Narben sind bestens verheilt und er hat kurz drauf wieder wie immer mit seinen Geschwistern gespielt.

Bei den Voruntersuchungen zur OP kam aber dazu noch der Verdacht auf, Calle könnte einen Herzfehler haben – irgendwas an seinen Organen schien nicht zu passen. Deshalb sind wir auf Empfehlung unseres Tierarztes Dr. Peter Beck nach Bayreuth in die Tierklinik gefahren. Dort findet einmal wöchentlich eine spezielle kardiologische Untersuchung mit einem Dopplerultraschall statt.

Bei dieser Untersuchung konnte am Herzen nichts gefunden werden – aber die Leber warf Fragen auf und auch die Galle: die Leber ist vergrößert und komplett nach rechts verlagert, die Gallenblase liegt links. Zusätzlich wurde ein Aneurysmaartiges Gefäß mit Dopplersignal festgestellt.

Es entstand der Verdacht auf eine Mißbildung bzw. eben den sogenannten Shunt.

Eine Woche später sind wir dann nochmal mit Calle nach Bayreuth in die Tierklinik gefahren, um einen Gallensäurestimulationstest machen zu lassen. Das Ergebnis des Testes kann  Hinweise auf eine Störung vom Zusammenspiel Leber und Galle geben. Der Befund ist nun tatsächlich so, das der begründete Verdacht auf einen Lebershunt besteht. Die Leber ist also sozusagen falsch bzw. nicht richtig verkabelt und kann daher ihre Entgiftungsfunktion nicht im normalen Umfang wahrnehmen. Näheres dazu in dem oben genannten link.

Als nächstes gibt es nun die Möglichkeit, mit Calle nach Leipzig zum Spezialisten Dr. Ingmar Kiefer an der Uniklinik zu fahren (oder eine andere Uniklinik, aber es gibt nicht viele Spezialisten dafür). Dort können genaue Untersuchungen (evtl CT oder MRT) Klarheit geben über seine Erkrankung und darüber, ob eine OP überhaupt möglich wäre.

Calle ist so ein munterer kleiner Kerl, der spielt und vom Wesen her keine Störung zeigt. Außerdem hat er die andere OP so gut überstanden – wir würden ihm gerne eine Chance geben, wenn es medizinisch möglich ist und Sinn macht.

Die entscheidende Frage für uns ist die: wer würde Calle bei sich aufnehmen? Für uns kommt dies nicht in Frage – wir haben bereits 2 ausgebildete Hunde, die brauchen unsere Zeit und wollen ausgelastet sein. Calle braucht Zuwendung und jemanden, der sich um ihn kümmern kann. Drei Hunde zu haben kommt für uns nicht in Frage, dabei können wir keinem der Tiere wirklich gerecht werden. Wir haben das nun die letzten 2 Jahre praktiziert, in denen unser alter Dachsbrackenrüde bei uns 16 Jahre alt werden durfte und noch die beiden anderen Hunde da waren und ausgebildet wurden.

Auch sind die Kosten die so ein Hund verursacht, nicht unerheblich. Wir haben selbst bis jetzt schon einiges an Tierarztkosten investiert. Wir wollen für Calle kein Geld haben –  wir würden ihn jemandem schenken, wo er gut aufgehoben ist. Es muss kein Jäger sein – Calle wird wohl, wenn er es schafft, eher ein Begleithund als ein Jagdhund sein.

Wir sind der Meinung, Calle sollte so bald wie möglich in ein neues Zuhause kommen, da er nun schon 3 Monate alt ist und je länger wir warten, desto schwieriger wird es für ihn sich wo anders einzugewöhnen.

Daher unsere Bitte: wenn Sie jemanden kennen, der Calle bei sich aufnehmen würde, auch im vollen Bewußtsein über die ganzen Probleme und Risiken, die damit verbunden sein können, bitte melden Sie sich bei uns. Sie können diesen Text auch gerne an potentiell Interessierte weiterleiten! Die bisherigen medinzinischen Befunde können wir auf Nachfrage gerne zusenden, natürlich ist es auch möglich uns und Calle zu besuchen, um sich den Hund und seinen Zustand anzusehen.

Kontaktdaten:

Cordula und Alexander Kelle
Zwinger „Aus dem Buchbachsgrund“, Rothenkirchen

Telefon: 09265-914932

E-Mail: c.kelle-dingel@t-online.de

FDP-Fraktion Hessen klagt gegen Jagdverordnung

Die FDP Fraktion Hessen stellte am 30. August 2016 im hessischen Landtag die Klageschrift gegen die im vergangenen Dezember erlassene Jagdverordnung vor. Dadurch wird den hessischen Jägerinnen und Jägern der gesetzliche Hegeauftrag seit dem 1. April erschwert. Insbesondere durch lange Schonzeiten für den Fuchs und Waschbär sehen sie den Artenschutz gefährdet.

Mit der abstrakten Normenkontrollklage, die in den nächsten Tagen beim Hessischen Staatsgerichtshof eingereicht wird, soll die Jagdverordnung für nichtig erklärt werden.

Florian Rentsch, Vorsitzender FDP-Fraktion Hessen
Florian Rentsch, Vorsitzender der FDP Fraktion Hessen (Foto: Markus Stifter)

FDP-Fraktionschef Florian Rentsch sieht mehrere Gründe, gegen die Verordnung zu klagen:

«Die wahren Entscheidungen sollten im Parlament gefällt werden, nicht im stillen Kämmerlein».

Für ihn ist dies eine politische Grundsatzfrage.

VIDEO: Interview mit Florian Rentsch

Prof. Dr. Michael Brenner ist Lehrstuhlinhaber für Deutsches und Europäisches Verfassungs- und Verwaltungsrecht an der Friedrich-Schiller-Universität Jena:

»Eigentum ist dafür da, um auch genutzt zu werden. Durch die vielen Einschränkungen bleibt vom Jagdrecht nicht mehr viel übrig».

Er vertritt die FDP-Fraktion als Prozessbevollmächtigter und begründet die Klage mit drei Aspekten:

  1. Eine hinreichende sachliche Rechtfertigung für die Einschränkung von Jagdzeiten ist nicht vorhanden. Eine sachliche Begründung muss aber vorhanden sein, um eine Grundrechtseinschränkung für verfassungsrechtlich hinnehmbar zu erklären.
  2. Eine Vielzahl von Einschränkungen bei der Bejagbarkeit von Tieren sind in der Gesamtbetrachtung verfassungsrechtlich ebenfalls nicht hinnehmbar. Das Bundesverfassungsgericht spricht in diesem Zusammenhang von einem additiven Grundrechtseingriff.
  3. Das Ministerium hat als Exekutive eine so weitreichende Regelung getroffen, die aber eigentlich vom parlamentarischen Gesetzgeber, sprich vom Hessischen Landtag, hätte getroffen werden müssen.

Wenn es um Grundrechtseingriffe von einer erheblichen Substanz, wie sie hier vorliegt, dann muss der Gesetzgeber entscheiden und nicht wie in diesem Fall die Verwaltung.

Prof. Dr. Michael Brenner
Prof. Dr. Michael Brenner (Foto: Markus Stifter)

 

 

VIDEO: Interview mit Prof. Michael Brenner zur Klage der FDP

Prof. Brenner hofft darauf, dass die Entscheidung des Hessischen Staatsgerichtshofs spätestens in eineinhalb Jahren vorliegt. »Wenn unsere Klage Erfolg hat, würden die Passagen in der Verordnung, die die Jagdzeiten zum Inhalt haben, für nichtig und unvereinbar mit der hessischen Verfassung erklärt werden.“

Bild Dr. Jürgen Ellenberger
Dr. Jürgen Ellenberger (Präsident des Landesjagdverband Hessen e. V.)

„Der Landesjagdverband Hessen e. V. sichert Herrn Prof. Brenner, der auf Vorschlag des LJV Hessen bereits an der öffentlichen Anhörung teilgenommen hat, weiterhin volle sachliche Unterstützung zu.“