Neun von zehn Jägern gehen regelmäßig auf den Schießstand

Wie eine repräsentative Befragung des Deutschen Jagdverbands e. V. (DJV) zeigt, trainieren die Jägerinnen und Jäger siebenmal jährlich mit ihrer Waffe. Neun von zehn Jägern gehen regelmäßig auf den Schießstand oder trainieren ihre Schießfertigkeiten auf flüchtiges Wild im Schießkino.

Bild: DJV-Infografik Schießtraining
Bild: DJV-Infografik Schießtraining
Bild: Dr. Jörg Friedmann, Foto: DJV
Dr. Jörg Friedmann, Foto: DJV

„Für den Tierschutz ist das regelmäßige Schießtraining entscheidend. Optimale Treffer müssen immer unser Anspruch als Jäger sein“, sagte DJV-Präsidiumsmitglied Dr. Jörg Friedmann.

Im Schießkino laufen auf einer ca. 30 Meter entfernten Leinwand Videosequenzen von realistischen Drückjagdsituationen ab. Eine Rotte Wildschweine wechselt rasch von links nach rechts über den Weg. Dabei gilt es den Überblick zu behalten, das richtige Stück anzusprechen und dann mit einem optimalen Treffer zur Strecke zu bringen.

Jäger Fortbildung

Die 15 Landesjagdverbände und der Deutsche Jagdverband haben im vergangenen Jahr knapp 1.000 Weiterbildungsmaßnahmen angeboten. Etwa 27.000 Jäger nahmen daran teil, u. a. auch viele Multiplikatoren, die ihr Wissen dann auf Jagdvereinsebene oder Hegeringen weitergeben.

Dr. Jörg Friedmann: „Mit Ablegen der Jägerprüfung verpflichten sich Jägerinnen und Jäger, vielfältige Pflichten zu übernehmen sowie Arten- und Naturschutz zu betreiben. Sie sollten sich permanent fortbilden, um Ihre Fertigkeiten zu bewahren und auszubauen und sich entsprechend verhalten. Das Gros der Jägerschaft leistet dies selbstverständlich und aus Überzeugung. Von schwarzen Schafen distanzieren wir uns.“

Was bedeuted der Brexit für die Jägerschaft?

Seit heute früh ist es amtlich: 51,9 Prozent der Briten haben sich für den Brexit und damit für den Austritt aus der EU entschieden. Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht von einem „Einschnitt für Europa und für den europäischen Einigungsprozess“.

Doch welche Auswirkungen hat der Brexit für deutsche Jägerinnen und Jäger, die gern in Großbritannien jagen? Ich habe dazu mit Hans-Joachim Schick vom Interessen-Verband der Auslandjäger IVA e. V.  ein kurzes Interview geführt.

Jagdreporter Markus Stifter: Was bedeuted der Brexit für deutsche Jägerinnen und Jäger, die gern in Großbritannien jagen?

Hans-Joachim Schick: In den nächsten zwei Jahren werden zwischen der EU und Großbritannien  intensive Verhandlungen geführt und sicherlich auch einige Brücken „gebaut“. Ich gehe momentan nicht davon aus, dass es gravierende Änderungen für deutsche Jägerinnen und Jäger gibt, die nach England oder Schottland zur Jagd reisen.

Bild: Hans Joachim Schick (Foto: privat)
Hans-Joachim Schick auf der Hirschjagd auf Mauritius (Foto: privat)

Falls der aktuelle Kursverfall des britischen Pfunds anhält, werden die beliebten Flintenjagden in England aufgrund eines Währungsvorteils teilweise erheblich günstiger zu haben sein.

Jagdreporter Markus Stifter: Könnte es künftig zu Problemen bei der Waffeneinfuhr nach Großbritannien geben?

Hans-Joachim Schick: Der Europäische Feuerwaffenpass wird momentan auch in der Schweiz anerkannt. Ich gehe daher davon aus, dass es auch bei der Waffeneinfuhr nach Großbritannien keine Probleme gibt – genaueres kann man aber erst sagen, sobald die Verhandlungen fortgeschritten sind.

Jagdreporter Markus Stifter: Die Landwirtschaft wird dann künftig keine Subventionen mehr von der EU erhalten. Welche Nachteile könnten sich dadurch für das Wild ergeben?

Hans-Joachim Schick: Die Landwirtschaft wird unter den fehlenden EU-Subventionen leiden, inwiefern sich daraus Nachteile für die Jagd ergeben, ist momentan noch nicht abschätzbar. Es wäre schade, wenn dadurch Greening-Flächen oder Blühstreifen wegfallen, die für das Niederwild wichtige Äsung und Deckung bieten.

Über aktuelle Entwicklungen informieren wir unsere Mitglieder regelmäßig per Newsletter und auf unserer Homepage www.iva-auslandsjagd.eu

Weiterführende Links:

Tagesschau Themenseite zum Brexit

Spiegel Online Newsblog Brexit